Meine Abenteuerreise durch die USA (Teil 1)

Meine Abenteuerreise durch die USA beginnt! Erst am letzten Abend meines Au-Pair Jahres realisierte ich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Was für ein Jahr. Dabei war es nicht einmal das Ende, sondern nur der Übergang zu einer einmonatigen Reise. Allerdings konnte ich darüber kaum nachdenken. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, ein Jahr in zwei Koffer zu packen. Ginge es nach mir, hätte ich alles behalten. Dann wären es wohl glatt fünf Koffer geworden. Mithilfe meiner besten Nachbarin/Freundin wurden es nur zwei. Alles fertig organisiert, hieß es nun das letzte mal „Good night Isabell“. Am nächsten Morgen begann das Abenteuer meines Lebens.


Um 7 Uhr wurde wachte ich mit einem mulmigen Bauchgefühl auf. Der Abschied meiner Gastfamilie stand an. Mein Gastvater verabschiedete sich auf dem Weg zur Arbeit, meine Gastkinder auf dem Weg zur Schule. Zwar wollten wir den Morgen so „normal“ wie möglich gestalten, allerdings flossen schon nach kurzer Zeit die ersten Tränen.


Nach dem letzten „school drop off“ gingen meine Gastmutter und ich in dem Diner um die Ecke frühstücken. Das hatte ich mir als Abschied sehr gewünscht. Um 13 Uhr ging mein Zug und bis dahin war noch viel zutun.

Die letzten Vorbereitungen + einige Tipps die das Reisen in den USA entspannter machen können.

Ein letztes mal machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt von meinem geliebten Zuhause in New Jersey. Für den Reisemonat brauchte ich eine neue SIM Karte und die gab es bei AT&T, einem amerikanischen Mobilfunk Anbieter.

Für jeden der einen längeren Urlaub (zum Beispiel bis zu 4 Wochen) in den USA plant sollte unbedingt von so einer Sim Karte Gebrauch machen. Ab den Tag des Kaufes ist diese genau 4 Wochen gültig. Diese gibt es bei diversen Telefonanbietern vor Ort in den USA. Meistens gibt es besondere Angebote, wie eine Allnet Flat und high-speed Datenvolum, zu fairen Angeboten. Für einen Monat mit allem was ich brauchte habe ich damals um die 35 Euro gezahlt.

Mein Reiseplan

Der Reisemonat ist eines der vielen Highlights des AuPair Jahres. Einige Reiseunternehmen bieten daher geplante Gruppenreisen an, in denen möglichst viel in kürzester Zeit zu sehen ist. Viele meiner Freunde haben daran teilgenommen und waren immer begeistert. Meine Nachbarin Vanessa (auch ein AuPair) und ich wollten die Sache jedoch allein in die Hand nehmen. Die Planung hat einige Wochen in Anspruch genommen und war dazu sehr abenteuerlich. Am Ende hat alles genauso funktioniert wie wir uns es vorgestellt hatten, aber dazu komme ich noch!

Über unsere Planung + Tipps wird es einen extra Beitrag geben! 🙂

Vanessa kam erst 1 1/2 Wochen später nach, also suchte ich nach einer Reise, die ich bis zum Treffen in Seattle alleine unternehmen konnte. Ich erfüllte mir einen Traum, der schon lange auf meiner Bucket List stand. Eine Reise mit dem Zug durch die USA. Für 1 1/2 Wochen.

Meine Reiseroute
New York – Chicago – Salt Lake City – Chicago – Seattle

Geplant waren also ca. 5.649 Meilen mit dem Zug quer durch das Land. Erst an dem Tag der Abreise wurde mir klar, was ich mir da alleine mit 2 Koffern, einem Handgepäck, Rucksack und Handtasche zugemutet hatte. Aber das hielt mich nicht ab. Etwas mulmig war mir schon als meine Gastmama mich um Punkt 13 Uhr am Bahnhof in New Jersey absetzte. Der Abschied fiel mir unglaublich schwer, genauso wie meiner Gastmama. Die Traurigkeit lenkte mich ein wenig von der bevorstehenden Aufgabe ab. Mein Zug fuhr von Summit, NJ für circa eine halbe Stunde nach New York City.

In der Penn Station angekommen, ging die Aufregung erst los. Mit Übergepäck bei Koffer Nummer 1 stand ich also da und musste neben meiner heiß geliebten Sonnencreme auch noch meine Gummistiefel abgeben. Ja, hätte mich jemand gefilmt wäre es die perfekte Sitcom Szene gewesen. Ich musste nach anfänglicher Trauer selbst etwas über mich lachen. Aber hey. Sonnencreme ist teuer und als AuPair versucht man an jeden Ecken zu sparen. Dann nimmt man sich auch schonmal welche von zuhause mit. Für mich hat hier die Abenteuerreise durch die USA schon deutlich mehr als begonnen.

Die Reise mit dem Zug

Es gibt unendlich viele positive Dinge die ich über die Reise mit dem Zug sagen kann. Während der Planung haben mich allerdings 3 Punkte am meisten überzeugt.

  1. Es ist umweltfreundlicher als Fliegen
  2. Man kann soviel Koffer aufgeben wie man möchte (wie mir das am Flughafen am Ende der Reise zum Verhängnis wurde lest ihr in Teil 3 :D)
  3. Die Aussichten und Einblicke in das Land bekommt man so bei keiner anderen Reise

Alle drei Aspekte haben sich mehr als bestätigt. Wichtig: Man sollte darauf achten das einzelne Koffer kein Übergewicht haben. Sonst endet man wie ich in der Penn Station und weiß nicht was man zuerst weggeben sollte.

Der Zug nach Chicago fuhr ca. 18 Stunden. Der Sitz war größer als normalerweise, aber noch immer zu klein um dort auch zu schlafen. Durch die Aufregung am Mittag schlief ich jedoch sofort ein. Als ich irgendwann aufwachte, war es bereits dunkel und der Zug stand in Albany am Bahnhof. Ich hatte Durst und merkte erst dann wie schlecht ich wirklich vorbereitet war. Also hier ein Tipp der einem auf so einer Reise helfen können:

  • Genug Snacks einpacken und vor allem WASSER. Ich hatte für 18h Zugfahrt garnichts dabei. Normalerweise gibt es in Fernzügen einen Kiosk. Dieser war jedoch geschlossen. Besser ist es auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Nachdem sich die Köche an Board sich über mich amüsierten, habe ich zwei Flaschen geschenkt bekommen. Alles wendete sich irgendwie zum Guten 🙂

In Chicago ging es weiter

In Chicago angekommen hatte ich drei Stunden Zeit einkaufen zu gehen und mich ein wenig auf die anstehende Reise nach Salt Lake City vorzubereiten. Diese dauerte ca. 40 Stunden. Mit meinen zwei Koffern zog ich zunächst etwas verloren durch die Central Station und war sehr erleichtert, dass ich diese direkt wieder einchecken konnte. Meine Erleichterung hielt an, denn der Zug war im Vergleich zu dem davor RIESIG und hatte, neben einem Snack Waggon, das Highlight auf das ich mich am meisten freute: Den Aussichts Waggon!

Während der gesamten Zugfahrt hatte ich zwei Sitze für mich alleine. Genug Platz um zu schlafen, doch erstmal musste ich die Aussicht genießen. Der Zug reiste quer durchs Land und nach ca. 2 Stunden befanden wir uns mitten im Nirgendwo in Iowa. Die Aussicht war toll und die Menschen die ich kennenlernte auch! Ein Musiker aus Nebraska spielte Songs auf seiner Gitarre und ein Blogger aus San Francisco erzählte mir alle seine Pläne für das Jahr 2019.

Erstmal abschalten und durchatmen!

Was ich da gerade erlebte konnte ich selbst kaum fassen und brauchte ein wenig Zeit für mich. Schwer vorstellbar in einem Zug aber es geht. Gewappnet mit meinen Kopfhörern schlief ich ein und genoss die Ruhe nach der stressigen Anreise.

Nach einem langen und wohltuendem Schlaf bemerkte ich, dass ich keinen Handy Empfang habe und Wlan gab es auch nicht. Ich nutzte die Zeit um Musik zu hören, die Landschaft zu genießen und das ganze Jahr noch einmal zu reflektieren.

  • Mehr als nur 3 Lieder in der Playlist sind mehr als empfehlenswert! Genug Hörbücher, Podcasts und Musik ist das beste auf der Reise
  • Bücher waren ab Salt Lake City meine besten Freunde. Ich habe auf nur einer Zugfahrt 2 Bücher gelesen. Entspannter ging es garnicht mehr!

Ankunft in Salt Lake City

Nachts/Morgens um 3 Uhr kam ich in Salt Lake City an. Oder irgendwo da in der Gegend. Es war mitten im Nirgendwo und total kalt. Ein Taxi brachte mich zum Hotel. Es war total gruselig, doch muss auch irgendwie absurd ausgesehen haben wie ich mit meinem Gepäck und völlig zerzaust von 3 Tagen im Zug dort ankam. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so auf eine Dusche gefreut!

Teil 2

Wie meine Abenteuerreise durch die USA weitergeht und was mich in Salt Lake City alles erwartete, wie ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und was die nächste Woche brachte kommt in Teil 2!

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Für detaillierte Infos oder einen How to: Zugreise durch Amerika werde ich einen ausführlichen extra Eintrag veröffentlichen!

Bis dahin schaut gerne auch meine anderen Posts an https://likeisy.com/2020/03/12/likeisy-com-formorehyggeinlife/

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